Der Sternwurf – ein myranisches Orakel

  Memoria Myrana 31 (2011)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 31 (2004)

von Manuel Doebel

Ein jeder hat ein Interesse daran, zu erfahren was die Welt und das unerforschliche Schicksal für ihn bereit halten mögen. Und so haben alle Völker einen Weg gesucht insbesondere die Launen des Schicksal zu ergründen. Was manchen als Element des Zufalls erschien, haben die Weisen richtiger erkannt, als Wink der Götter und Zeichen ihrer alles durchdringenden Ordnung. Denn die Herrschaft der Oktade ist!
Nicht nur der Kosmos in seiner unerkennbaren Größe, auch jedes kleinste Insekt fügt sich den Regeln dieser Ordnung. Die Symbole der Oktade sind Repräsentanten der Aspekte, auf der diese Ordnung basiert, und das Tor zur Erkenntnis des höheren Plans. Uns Sterblichen steht es nicht an zu spekulieren, ob jene Acht ebenfalls dem Schicksal unterstehen, ob die Zeichen ihren Willen oder einen erzwungenen Weg kundtun. Sicher ist, wir Sterbliche müssen uns den Gesetzen unterwerfen. Ein Weiser, welcher die Zeichen zu deuten vermag und im Einklang mit dem Kosmos und der Macht der Oktade zu leben vermag.
„— Aus dem ‚Buch der Kosmologie‘, Autor unbekannt

allen Zeiten wurden Orakelsysteme entwickelt, entdeckt und tradiert. Das im Imperium wohl bekannteste ist der ‚Sternwurf‘. Mittlerweile ist es seltener geworden, dem ursprünglich mystische
Charakter dieser drei Würfel zu vertrauen und der Glaube an die Unfehlbarkeit dieses Orakels wird selten öffentlich gezeigt. In manchen Tempeln des Nereton werden sie jedoch immer noch für wichtige Entscheidungen herangezogen und auch die Mystiker des Brajan versuchen durch sie den richtigen Weg zu erkennen.

Das Laienorakel

ist eine eher profane: als spielerisches Element auf Feiern junger Optimaten. Dabei kommt jedoch nur der so genannte ‘Kleine Wurf’ zur Anwendung. Die drei Würfel, ‘Nacht’ (schwarz), ‘Tag’ (weiß) und ‘Morgen’ (beige) genannt, werden, meist von einem Paar gemeinsam geworfen. Dabei legen der Mann seine linke und die Frau ihre rechte Hand aneinander, so dass sie die drei Würfel
damit aufnehmen können. Idealerweise erfolgt der Wurf auf ein Tuch, dass mit dem Oktogramm verziert ist. Die Interpretation erfolgt dann in großer Runde. Die ‘Nacht’ steht für die Vergangenheit der beiden, der ‘Tag’ für die gegenwärtige Lage und der ‘Morgen’ für das, was kommen wird. Die Ernsthaftigkeit dieser Würfe kann sehr unterschiedlich sein. In den meisten Fällen ist es ein Spaß und natürlich sorgt ein zukünftiges Raia-Symbol bei ledigen Paaren für wilde Spekulationen und zweideutige Witzeleien. Vor Hochzeiten kann es aber auch eine ungewollte Ernsthaftigkeit mit sich bringen, den ‘Kleinen Wurf’ zu praktizieren.

Allgemein werden derartige ‘Weissagungen’ aber als das angesehen, was sie sind: ein Spaß für alle Anwesenden. In bürgerlichen Kreisen werden die Ergebnisse des ‘Kleinen Wurfes’ oft sehr viel ernster genommen. So hört man, dass religiöse Händler, insbesondere vor großen Geschäftsabschlüssen, die Würfel befragen, um sich auf eine Verhandlung vorzubereiten. Dabei wird die ‘Nacht’ als störender Einfluss gelesen, der ‘Tag’ als Zeichen dafür, wie die Verhandlungen laufen und der ‘Morgen’ als Folgen oder Ergebnis.

Diese Laienorakelsind jedoch nur ein Rudiment dessen, wofür die Würfel ursprünglich benutzt wurden.

Der Artikel wurde in die Spielhilfe Myranische Geheimnisse aufgenommen, weshalb wir hier nur eine gekürzte Version zeigen.

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