Der Sternwurf – ein myranisches Orakel

  Memoria Myrana 31 (2011)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 31 (2004)

von Manuel Doebel

Ein jeder hat ein Interesse daran, zu erfahren was die Welt und das unerforschliche Schicksal für ihn bereit halten mögen. Und so haben alle Völker einen Weg gesucht insbesondere die Launen des Schicksal zu ergründen. Was manchen als Element des Zufalls erschien, haben die Weisen richtiger erkannt, als Wink der Götter und Zeichen ihrer alles durchdringenden Ordnung. Denn die Herrschaft der Oktade ist!
Nicht nur der Kosmos in seiner unerkennbaren Größe, auch jedes kleinste Insekt fügt sich den Regeln dieser Ordnung. Die Symbole der Oktade sind Repräsentanten der Aspekte, auf der diese Ordnung basiert, und das Tor zur Erkenntnis des höheren Plans. Uns Sterblichen steht es nicht an zu spekulieren, ob jene Acht ebenfalls dem Schicksal unterstehen, ob die Zeichen ihren Willen oder einen erzwungenen Weg kundtun. Sicher ist, wir Sterbliche müssen uns den Gesetzen unterwerfen. Ein Weiser, welcher die Zeichen zu deuten vermag und im Einklang mit dem Kosmos und der Macht der Oktade zu leben vermag.
„— Aus dem ‚Buch der Kosmologie‘, Autor unbekannt

allen Zeiten wurden Orakelsysteme entwickelt, entdeckt und tradiert. Das im Imperium wohl bekannteste ist der ‚Sternwurf‘. Mittlerweile ist es seltener geworden, dem ursprünglich mystische
Charakter dieser drei Würfel zu vertrauen und der Glaube an die Unfehlbarkeit dieses Orakels wird selten öffentlich gezeigt. In manchen Tempeln des Nereton werden sie jedoch immer noch für wichtige Entscheidungen herangezogen und auch die Mystiker des Brajan versuchen durch sie den richtigen Weg zu erkennen.

Das Laienorakel

ist eine eher profane: als spielerisches Element auf Feiern junger Optimaten. Dabei kommt jedoch nur der so genannte ‘Kleine Wurf’ zur Anwendung. Die drei Würfel, ‘Nacht’ (schwarz), ‘Tag’ (weiß) und ‘Morgen’ (beige) genannt, werden, meist von einem Paar gemeinsam geworfen. Dabei legen der Mann seine linke und die Frau ihre rechte Hand aneinander, so dass sie die drei Würfel
damit aufnehmen können. Idealerweise erfolgt der Wurf auf ein Tuch, dass mit dem Oktogramm verziert ist. Die Interpretation erfolgt dann in großer Runde. Die ‘Nacht’ steht für die Vergangenheit der beiden, der ‘Tag’ für die gegenwärtige Lage und der ‘Morgen’ für das, was kommen wird. Die Ernsthaftigkeit dieser Würfe kann sehr unterschiedlich sein. In den meisten Fällen ist es ein Spaß und natürlich sorgt ein zukünftiges Raia-Symbol bei ledigen Paaren für wilde Spekulationen und zweideutige Witzeleien. Vor Hochzeiten kann es aber auch eine ungewollte Ernsthaftigkeit mit sich bringen, den ‘Kleinen Wurf’ zu praktizieren.

Allgemein werden derartige ‘Weissagungen’ aber als das angesehen, was sie sind: ein Spaß für alle Anwesenden. In bürgerlichen Kreisen werden die Ergebnisse des ‘Kleinen Wurfes’ oft sehr viel ernster genommen. So hört man, dass religiöse Händler, insbesondere vor großen Geschäftsabschlüssen, die Würfel befragen, um sich auf eine Verhandlung vorzubereiten. Dabei wird die ‘Nacht’ als störender Einfluss gelesen, der ‘Tag’ als Zeichen dafür, wie die Verhandlungen laufen und der ‘Morgen’ als Folgen oder Ergebnis.

Diese Laienorakelsind jedoch nur ein Rudiment dessen, wofür die Würfel ursprünglich benutzt wurden.

Der Artikel wurde in die Spielhilfe Myranische Geheimnisse aufgenommen, weshalb wir hier nur eine gekürzte Version zeigen.

Gewürz und Tod und Salat in Sidor Valantis

  Memoria Myrana 31 (2011)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 31 (2004)

von Corinna Kersten, Bilder von Thomas Gellert (Talamon Grat) und Thilo Gellert (Teutonicus)

Kopfschüttelnd wandte sich der alte Majordomus Kassandros an seinen Herrn, den Optimaten Naivus tan Illacrion: „Wollt Ihr Euch das wirklich antun? Es ist doch weit unter der Würde eines Optimaten, mit diesem Pack zu speisen.“

„Es gibt nichts, was der Würde eines Illacrion abträglich sein könnte“, erwiderte der Optimat von oben herab. „Und wenn ich diesen zu groß geratenen Eidechsen eine solche Ehre erweise, werden sie mir aus der Hand fressen. Ich muss diesen Künstler Kolorathush einfach haben! Kein anderer könnte meinen Inselpalast so mondän, so einzigartig, so farbensprühend inspirierend gestalten!“

„Was ist denn so schwierig daran, einen Shingwa zu engagieren? Ich dachte, für ein paar bunte Glasperlen tun die alles?“

„Das Problem ist nicht die Bezahlung.“

„Was dann?“

„Mein Inselpalast liegt – wie du ja weißt – auf einer Insel. Und dieser Shingwa-Künstler Kolorathush fürchtet sich vor der Überfahrt, er hat Angst vor dem Wasser. Es ist wahrlich kaum zu glauben – eine Echse, die wasserscheu ist.“

Endlich fertig. Kshanthippe warf einen letzten prüfenden Blick auf ihr Werk. Ihr Schwager Kolorathush und auch die anderen Angehörigen der Sippe würden damit sicher zufrieden sein. Das mit Speisen überladene Buffet ließ keine Wünsche offen. Es bog sich unter der Last von Fleisch- und Fischgerichten, Mehlspeisen und Backwaren, Obst und Gemüse, Kuchen und Süßspeisen. Da Kshanthippe nicht wusste, was der Ehrengast – ein Chemec, der obendrein ein Optimat war – bevorzugte, hatte sie vorsichtshalber für alles gesorgt. Natürlich hatte sie auch an Knabbereien wie Nüsse und Insekten gedacht. Vor allem die Jubelkäfer hatte sie den ganzen Tag lang sorgsam bewachen müssen; die jungen Shingwa hatten mit allerlei Schlichen versucht, diese Leckerbissen zu ergattern. Ihr größter Stolz aber war das Schälchen mit Luftnessel. Sie hatte extra für den Gast eine kleine Menge dieses teuren Gewürzes gekauft. Die naschhaften jungen Shingwa davon fernzuhalten, war nicht schwer gewesen – das Zeug schmeckte grauenhaft; Kshanthippe fragte sich ernsthaft, warum die Optimaten es bei jeder Gelegenheit verzehrten. Da aber die Geschmäcker der verschiedenen Rassen offenbar unterschiedlich waren, hatte sie die Gerichte nur sparsam gewürzt und diverse Würzsoßen und Würzpulver auf das Buffet gestellt. Dies galt vor allem für das Glücksgewürz. So wie die Optimaten nicht ohne Luftnessel auszukommen schienen, gehörte Glücksgewürz zu jeder Mahlzeit der Shingwa. Doch Kshanthippes Nachbarin Tratshe hatte ihr einmal von einem Amaun erzählt, der das Gewürz angeblich nicht vertragen hatte. Es hieß, er habe röchelnd nach Luft geschnappt, sich den Bauch gehalten und sei tot umgefallen. Kshanthippe hielt diese Schilderung allerdings für gewaltig übertrieben, denn angeblich war der Amaun auch blau angelaufen – aber wie wollte man das denn sehen bei dem vielen Fell? Wahrscheinlich hatte die Katze bloß zu eifrig zugelangt und ihr war schlecht geworden. Aber bei ihrem Ehrengast wollte Kshanthippe kein Risiko eingehen. Deshalb hatte sie alle Speisen ohne Glücksgewürz zubereitet und sie würde den Optimaten höchstpersönlich bedienen.

Die Einladung war ein voller Erfolg – jedenfalls aus der Sicht der Gastgeber. Kshanthippe sonnte sich in dem Bewusstsein, dass vor ihr noch nie ein Shingwa in Sidor Valantis einen solch hohen Gast beköstigt hatte. Den meisten anderen Shingwa war die Anwesenheit des Optimaten an und für sich gleichgültig. Doch der Chemec war der Grund dafür, dass es ein so reichhaltiges und gutes Essen gab, deshalb war er ihnen willkommen. Ihretwegen hätte es sich allerdings genauso gut um einen Mholuren handeln können. Sie überließen Kshanthippe die Bewirtung des Optimaten und schlugen sich die Bäuche voll. Die Kinder hingegen waren von dem Gast begeistert. Dieser hässliche und auf den ersten Blick so hochmütig wirkende Chemec mit der eigenartigen Maske hatte doch tatsächlich ihnen zuliebe auf die Jubelkäfer verzichtet! Und er hatte dabei sogar noch so getan, als würde ihm der Verzicht auf diese unvergleichlichen Leckerbissen gar nichts ausmachen.
Dies fand auch Nishnushs Anerkennung. Eigentlich war er von der Einladung zum Abendessen nicht übermäßig begeistert gewesen, aber eine Absage wäre äußerst unhöflich gewesen. Er mochte Kshanthippe, die Frau seines Neffen, nicht. Ihr Putzfimmel und vor allem ihr Gekeife gingen ihm auf die Nerven. Er mochte auch die Chemec nicht besonders und die hochnäsigen Optimaten schon gar nicht, auch wenn er ihnen zugute hielt, dass sie wenigstens einen Teil ihres hässlichen Äußeren unter einer Maske verbargen.
Aber dieser hier hatte wirklich gute Manieren. Das musste man doch honorieren. Wenn er schon auf die Jubelkäfer verzichtete, dann sollte er wenigstens eine andere typisch shingwanische Speise bekommen. Hilfsbereit machte Nishnush Kshanthippe darauf aufmerksam, dass sie dem Gast noch keinen bunten Salat angeboten hatte. Erbost zischte sie ihm zu: „Kannscht du ausch nosch etwasch anderesch alsch motschen?“, eilte dann aber doch zum Buffet und häufte eine Portion bunten Salat auf einen Teller. In diesem Moment brach unter den Jungechsen eine Schlägerei um den letzen
Jubelkäfer aus. Kshanthippe ließ den Salatteller stehen und schnappte sich ihren Besen, um damit die Prügelei zu beenden.
Beleidigt begab sich Nishnush zum Buffet. Was fand sein Neffe bloß an Kshanthippe? Nie würdigte sie seine Hilfe, nichts konnte man ihr recht machen. Und wie fade dieser Salatteller für den
Ehrengast aussah! Kochen konnte sie ja, aber dekorieren nicht. Er würde ihr zeigen, wie man so etwas machte! Nishnush bestreute den Salat großzügig mit Glücksgewürz und umgab ihn mit einem Kranz appetitlich aussehender, farbenprächtiger Fruchtstücke. Als Krönung wäre ein Jubelkäfer ideal gewesen, aber es war ja keiner mehr da. Nun, es würde dem Gast sicher auch so gefallen.
Naivus tan Illacrion stieß einen tiefen Seufzer aus. Das Abendessen schien eine Ewigkeit zu dauern. Kassandros hatte recht gehabt, dieses Echsenpack war wirklich unerträglich. Ihr Anblick war ja schon abstoßend genug, dazu kam ihre kaum verständliche Nuschelei, wenn sie etwas sagten. Aber das Schlimmste waren ihre nicht vorhandenen Tischmanieren. In einer Menagerie hätte er es
possierlich gefunden, wie die Echsen nach dem Essen grapschten, wie sie schlangen und schmatzten und wie es von ihren Schnauzen tropfte, wenn sie ungeniert mit ihren langen Zungen quer über
den Tisch nach Leckerbissen schnappten, aber doch nicht an seiner Tafel! Zudem schienen sie weder kochen zu können noch den Unterschied zwischen Delikatessen und Ungeziefer zu kennen. Gemüsemaden, Basam-Maden, Malrhira-Maden – das waren Delikatessen. Die Maden der gemeinen Abortfliege hingegen nicht. Auch die kandierten Schnecken und die gezuckerten Würmer waren nicht nach seinem Geschmack gewesen. Jeder halbwegs zivilisierte Bewohner des Imperiums wusste doch, dass man diese Weichtiere in scharfen Gewürzen wälzen und dann kurz anbraten musste!
Wenigstens hatte dieses aufdringliche Shingwa-Weibchen, das ihm pausenlos irgendwelche abartig zubereiteten Speisen vorsetzte, die er probieren sollte, nicht protestiert, als er die Schüssel mit den Käfern an die Kinder weitergereicht hatte. Damit war er die widerlichen Krabbeltiere gut losgeworden, die kleinen Echsen waren begeistert darüber hergefallen.
Trotz all dieser Qualen war er seinem Ziel noch kein Stück näher gekommen. Kolorathush hatte ausweichend genuschelt, über geschäftliche Dinge könne man doch nach dem Essen reden, und dann begonnen, sich durch das Buffet zu fressen. Bisher hatte er erst etwas mehr als die Hälfte geschafft, das konnte noch dauern. Jetzt prügelten sich auch noch die Kinder! Und die Alte ging mit einem Besen dazwischen. Pack, wirklich Pack, anders konnte man das nicht nennen.

„Ihr müscht dieschen Schalat koschten, dasch ischt eine schingwanische Schpeschialität.“ Ein hässliches Shingwa-Männchen stand vor ihm und ließ sich nicht abweisen. Abermals seufzend griff der Optimat zum Besteck. Nun, es hätte schlimmer kommen können. Wenigstens waren es keine Käfer. Kolorathush hatte sein Mahl beendet und war nun satt und zufrieden. Auf Kshanthippes Kochkunst konnte man sich wirklich verlassen. Jetzt war er bereit, sich auch weniger angenehmen Dingen zu widmen, wie zum Beispiel der Aussicht, sich in einem schwankenden, zerbrechlichen, viel zu kleinen Boot über gefährliches, von grässlichen Seeungeheuern verseuchtes, ekelhaft nasses Wasser zu einer Insel zu begeben. Aber den Inselpalast würde er in der Tat gern gestalten und über seinen Lohn würde sich die ganze Sippe freuen. Kolorathush ging zu seinem möglichen Auftraggeber:
„Scho, dasch war köschtlisch. Fallsch Ihr möschtet, schpreschen wir jetscht über dasch Geschäftlische.“

Der Optimat drehte den Kopf in seine Richtung, schien ihn aber nicht wahrzunehmen. Der Teil seines Gesichts, der unter der Maske zu erkennen war, hatte die Farbe gewechselt: von Rosa zu Bläulich. Nicht schlecht für einen Chemec – aber natürlich kein Vergleich mit den Farbwechselfähigkeiten der Shingwa. Jetzt fing er auch noch an, krampfartig zu zittern. Dann schnappte er
keuchend nach Luft, griff sich an die Brust und stürzte kopfüber auf die festlich gedeckte Tafel.

Kolorathush sprach ihn an: „Wasch ischt mit Eusch, Ekschellensch? Scheid Ihr nischt gansch geschund?“ Doch der Optimat antwortete nicht. Er bewegte sich auch nicht. Offensichtlich war er tot.

Thomas Gellert (Talamon Grat)

 

Wie schade. Kolorathush hätte den Inselpalast wirklich gern gestaltet, aber dazu würde es jetzt wohl nicht mehr kommen. Kshanthippe, die sämtliche Jungechsen – sowohl die Raufbolde als auch die anderen – kurzerhand mit ihrem Besen zur Tür hinaus gejagt und ihnen empfohlen hatte, draußen in Ruhe über ihr Benehmen nachzudenken, trat an den Tisch. Mit einem entsetzten Blick erfasste sie die Situation. Ihr Ehrengast war bei ihrem Abendessen gestorben! Das hätte nicht passieren dürfen. Nun, es war nicht mehr zu ändern. Und natürlich hatte Nishnush, dieser alte Narr, wieder einmal alles vermasselt.
Es dauerte eine Weile, bis auch die anderen Shingwa begriffen hatten, was passiert war. Einige gesellten sich zu Kolorathush und Kshanthippe, andere aßen ungerührt weiter. Ratlos schaute Kolorathush auf den Toten:
„Und wasch jetscht?“
„Na, wasch wohl?“, entgegnete Kshanthippe.
„Nishnush, du hascht diesche Mischere verurschacht, deschalb wirfscht du die Leische in die Kanalischatschion. Du scholltescht Tunishgush, Stehlesh und Lashdash schum Schmiereschtehen und schur Unterschtütschung mitnehmen. Wir anderen werden inschwischen hier aufräumen und putschen.“

Nishnush widersprach nicht, doch er würde sich hüten, die Leiche einfach nur in die Kanalisation zu werfen. Schließlich war kaum anzunehmen, dass niemand gesehen hatte, wie der Optimat das
Shingwa-Viertel betreten hatte, und noch unwahrscheinlicher war, dass er niemandem von der Einladung erzählt hatte. Vermutlich hatte der Optimat vor allen seinen Freunden mit dieser
Einladung geprahlt – er, Nishnush, hätte das im umgekehrten Fall jedenfalls ganz sicher getan. Wenn der Chemec jetzt spurlos verschwand, wo würde man ihn suchen? Wen würde man verdächtigen?
Eben. Er brauchte dringend eine bessere Lösung.
Während er angestrengt nachdachte, richtete Nishnush den vornüber gefallenen Optimaten wieder auf. Beim Sturz war ihm die Maske vom Gesicht gerutscht. Interessiert betrachtete Nishnush das Antlitz des toten Chemec. Er war wirklich ausgesprochen hässlich – umso mehr musste man ihm anrechnen, dass er seiner Umwelt das Ertragen dieses Anblicks erspart hatte. Nishnush schob die auffällige Maske unter seine Weste, er würde sie dem Toten später wieder aufsetzen.
Kassandros hatte die ganze Nacht lang auf seinen Herrn gewartet 2 jedenfalls hatte er es versucht. Irgendwann musste er dann aber doch eingeschlafen sein, denn nun weckte ihn das aufgeregte
Geschrei des Pförtners:

Bild: Thilo Gellert (Teutonicus)

 

„Kassandros, wacht auf! Etwas Schreckliches ist passiert!“
Er hatte es ja geahnt. Niemals hätte sich sein Herr dazu herablassen dürfen, dieses Pack zu besuchen.
Vor dem Tor stand ein Offizier der Brajan-Garde, hinter ihm vier Gardisten mit einer Trage. Darauf lag ein Mensch, der anhand seiner Triopta und seiner Kleidung leicht zu identifizieren war:
Naivus tan Illacrion. Kassandros stürzte zu ihm hin. Auch sein ungeübtes Auge konnte unschwer erkennen, dass man seinem Herrn den Schädel eingeschlagen hatte. Sein Gesicht war blau verfärbt,
das mussten wohl Totenflecken sein. Vielleicht war die Verfärbung aber auch darauf zurückzuführen, dass sein Herr im Wasser – oder in schlimmeren Flüssigkeiten – gelegen hatte.
Seine Kleidung war nass und er roch, als hätte man mit ihm eine Kloake aufgewischt. Halb betäubt ließ Kassandros zu, dass der Offizier und der Pförtner ihm ins Haus halfen und ihn zu einem Stuhl führten. Den Bericht des Offiziers, der ihm zu erklären versuchte, was geschehen war, vernahm er wie durch dichten Nebel.
Naivus tan Illacrion war unweit des Tedion-Tempels in einem Eingang in die Kanalisation tot aufgefunden worden. Offenbar hatten ihm zwei Raubmörder den Schädel eingeschlagen; sie waren von zwei Wächtern des Tedion-Tempels dabei erwischt worden, wie sie gerade die Taschen des Toten leerten. Die Mordwaffe, ein blutiger Holzknüppel, lag nur wenige Gradu entfernt. Ein glücklicher
Zufall hatte die Tempelwächter im entscheidenden Moment an den Tatort geführt. Ein frecher Shingwa hatte ihnen einen an die Tempelwand gelehnten Speer entwendet und war damit davongerannt,
die Wächter hinterher. Als der Shingwa die Leiche und die Banditen sah, ließ er vor Schreck den Speer fallen und lief ohne seine Beute weiter. Da die Wächter einen Raubmord für wichtiger hielten als einen missglückten Diebstahl, ließen sie ihn laufen.

Kassandros fand die Sprache wieder:
„Also wurden die Mörder meines Herrn gefasst und werden bestraft werden?“

„Selbstverständlich“, erwiderte der Offizier. „Auch wenn sie die Frechheit besitzen, die Tat zu leugnen. Sie behaupten, Euer Herr sei schon tot gewesen und sie hätten lediglich seine Wertsachen an sich genommen. Außerdem sagen sie, sie hätten die Leiche nur deshalb gefunden, weil drei Shingwa ihnen einen Geldbeutel gestohlen hätten und, sich den gestohlenen Beutel gegenseitig zuwerfend, geradezu aufreizend langsam vor ihnen hergelaufen seien – fast so, als ob sie verfolgt werden wollten. Am Tatort hätten die drei Shingwa-Diebe den Beutel dann fallen gelassen und seien davongerannt. Und da die Kleidung und die Triopta des Toten auf reiche Beute schließen ließen, hätten sie die günstige Gelegenheit nutzen wollen.“
Abschließend meinte der Offizier: „Ich muss schon sagen, das ist die mit Abstand dümmste Ausrede, die ich jemals gehört habe.“

Zutaten für den bunten Salat

Mengen der einzelnen Zutaten nach Wahl, zum Beispiel:
½ Kopf valantischer Feldsalat (Eisbergsalat)
1/3 cantaresische Schlangenfrucht (Salatgurke)
4 meralische Strauchfrüchte (Tomaten)
2 gelbe Minjamon-Pilze (Paprika)
2 rote Kerhi (Zwiebeln)
1 Handvoll schwarze Ölbaumfrüchte (Oliven)
½ Handvoll Piperalesschoten (Peperoni)
250 g Laugenkäse aus Mayenios (Feta/Schafskäse)

Zutaten für die Salatsoße

3 EL Olivenöl
½ EL Azidial (Essig)
2 EL Wasser
Jimaucha (Salz )
Piperales (Pfeffer)
Kräuter nach Belieben

Nur für Shingwa: Glücksgewürz

~ erhältlich bei jedem myranischen Gewürzhändler
~ bisher nicht exportiert
~ scheint für andere Rassen als Shingwa aus bisher unbekannten Gründen gesundheitsschädlich zu sein
~ Irdische Entsprechung: Eine Mischung aus Engelstrompete, Goldregen, Stechapfel, rotem Fingerhut, Tollkirsche, Bilsenkraut, geflecktem Schierling und Brechnuss

Kuanua mit Laugenkäse aus Mayenios

von Peter Horstmann

Zuerst brauchen wir Kuanua (Hackfleisch). Da bieten sich Vark oder Rind an. Es geht auch mit jungem Shadar (Lamm), aber Geflügel passt nicht so gut. Ein Pfund für zwei Personen ist dabei das Minimum.

Memoria Myrana 30 (2011)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 30 (2011)

Zutaten

1 Pfund Kuanua (Hackfleisch von Schwein, Rind oder Lamm)
Öl
Jimaucha (Salz)
Piperales (Pfeffer)
1-2 cantares. Schlangenfrucht (Salatgurken)
1 Aphirdanos-Cucurbita (Zucchini)
1 Glas Chemec-Pilze (Champignons) oder 250g frische Pilze
1 scharfe Kerhi (Zwiebel)
1 Packung Laugenkäse aus Mayenios (Feta nicht aus Kuhmilch)
Parmesan

Zubereitung

Das Fleisch kommt mit etwas Öl in eine große Pfanne und wird angebraten. Dabei das Würzen nicht vergessen, etwas Jimaucha (Salz) und Piperales (Pfeffer) müssen schon mit dran. Oder wir nutzen mal wieder die herrliche Mischung meiner guten Bekannten Vegeta e Croasia. Sie hat mir leider immer noch nicht verraten wollen, was sie da alles mit hinein gibt.
Zurück zum Rezept: Eine zweite Pfanne kommt daneben aufs Feuer und wird gleich mit der cantaresischen Schlangenfrucht (Salatgurken) und der Aphirdanos-Cucurbita (Zucchini) gefüllt. Zuvor schneiden wir das Gemüse in kleine Stücke. Dazu noch etwas Öl, ich bevorzuge da Olivenöl, und das Ganze dann bei kleiner Hitze schön vor sich hinschmoren lassen.
Inzwischen hat das Fleisch etwas Farbe bekommen und nun kommen weitere Leckereien dazu. Es bietet sich an, die Pilze und die Kerhi (Zwiebel) erst einmal in kleine Stücke zu schneiden. Dann geben wir sie mit in die Pfanne und reduzieren die Hitze. Verbrannte Zwiebeln schmecken einfach nicht. Nun kommt auch ein Deckel über die Pfanne, damit die Feuchtigkeit nicht verdunstet. Das Sortiment darf dann gerne ein paar Minuten köcheln. In dieser Zeit sammelt sich der Saft von Chemec-Pilzen und Kerhi (Zwiebel) an. Dort hinein geben wir dann den in Würfel geschnittenen Laugenkäse (Feta); gut über die Pfanne verteilen, damit er später überall zwischen gelaufen ist. Ich bevorzuge dabei den Laugenkäse aus dem Horasiat Mayenios, da der aus anderen Regionen oftmals aus Varkenmilch (Kuhmilch) hergestellt wird und deshalb weniger herzhaft im Geschmack ist.
Nun warten wir – bei geschlossenem Deckel – bis der Käse komplett zerlaufen ist. Das kann bei Laugenkäse (Feta) schon mal etwas dauern. Zum Abschluss wird unsere erste Pfanne noch einmal abgeschmeckt, was ich gerne mit Parmesan und ein paar Gewürzen hier aus unserer warmen Region mache.
Dann geben wir das Gemüse aus der anderen Pfanne hinzu und rühren gut durch oder – wem das lieber ist – wir ser vieren die beiden Teile des Gerichtes erst auf dem Teller zusammen.
Als Beigabe hat sich frisches Brot oder Fladen bewährt und auch Oliven und Pinienkerne – Letztere auch gerne beim Würzen schon in die Pfanne. Dazu etwas Wein oder nicht allzu herber Azidial und fertig ist ein gutes und kräftigendes Mal.

Süßer Auflauf mit Brajanskugeln

von Corinna Kersten

Memoria Myrana 28 (2010)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 28 (2010)

Zutaten

50 g Varkenfett (Butter oder Margarine)
125 g Raia-Krümel (Zucker)
1 Päckchen gemahlene süße Baumrinde (Vanillinzucker)
2 Eier
500 g Varkenquark (Magerquark)
125 g grob gemahlene Brotfrucht (Hartweizengrieß)
1 Päckchen Gniddup-Pulver mit dem Geschmack süßer Baumrinde (Vanillepuddingpulver)
3 gestrichene Teelöffel Quellpulver vom Alchimisten (Backpulver)
2 Tropfen Rutace-Konzentrat (Zitronen-Aroma)
1 Prise Jimaucha (Salz)
beliebig viele eingemachte Brajanskugeln (Kirschen)

Zubereitung

Zuerst müsst ihr die Zutaten für den Teig vorbereiten: Die Raia-Krümel, die gemahlene süße Baumrinde, die grob gemahlene Brotfrucht, das Gniddup-Pulver und das Quellpulver werden gesiebt, damit der Auflauf lockerer wird und sich keine Klümpchen bilden. Das Quellpulver wird mit dem Gniddup-Pulver und der grob gemahlenen Brotfrucht vermischt. Die Eier solltet ihr einzeln aufschlagen – ein einziges faules Ei verdirbt alle Zutaten, mit denen es in Berührung kommt. Auch die eingemachten Brajanskugeln könnt ihr jetzt schon in ein Sieb schütten, damit sie Zeit haben, abzutropfen.
Nun werden die Zutaten für den Teig miteinander vermengt: Zuerst rührt ihr das Varkenfett geschmeidig, dann fügt ihr die Raia-Krümel, die gemahlene süße Baumrinde, den Varkenquark, 2 Tropfen Rutace-Konzentrat und eine Prise Jimaucha hinzu und verrührt sie mit dem Fett. Danach rührt ihr die Eier unter und schließlich auch die mit dem Quellpulver und dem Gniddup-Pulver vermischte grob gemahlene Brotfrucht. (Falls der Teig zu fest sein sollte, gebt ihr etwas Varkenmilch hinzu.)
Der Teig wird in eine eingefettete Auflaufform gefüllt. Nun können beliebig viele Brajanskugeln untergerührt werden – aber ganz vorsichtig, sonst gibt es statt ganzer Früchte Fruchtbrei.
Schließlich wird der Auflauf bei guter Feuerung (ca. 180° C) etwa eine Stunde gebacken. Unbedingt zwischendurch nachschauen, ob der Auflauf zu dunkel wird!

Schneetaler

von Corinna Kersten

Memoria Myrana 26 (2010)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 26 (2010)

Zutaten

Für den Teig:
65 g Varkenfett (Margarine oder Butter)
90 g Raia-Krümel (Zucker)
1 Päckchen gemahlene süße Baumrinde (Vanillinzucker)
5 Tropfen Konzentrat aus süßer Baumrinde (Butter-Vanille-Aroma)
1 Prise Jimaucha (Salz)
2 Eier
250 g Brotfruchtmehl (Weizenmehl)
3 gestrichene Teelöffel Quellpulver vom Alchimisten (Backpulver)
etwa 100 ml Varkenmilch für den Teig
etwas Varkenmilch zum Bestreichen des Gebäcks

Für den Guss:
200 g feine Raia-Krümel (Puderzucker)
2-3 EL Rutace-Saft (Zitronensaft)

Für die Verzierung:
Nach Belieben, z. B. Schmelze von Sumus Leckerei (geschmolzene Schokolade)

Zubereitung

Zuerst müsst ihr die Zutaten für den Teig vorbereiten: Das Brotfruchtmehl, die Raia-Krümel, die gemahlene süße Baumrinde und das Quellpulver werden gesiebt, damit das Gebäck lockerer wird und sich keine Klümpchen bilden. Das Quellpulver wird mit dem Brotfruchtmehl vermischt. Die Eier solltet ihr einzeln aufschlagen – ein einziges faules Ei verdirbt alle Zutaten, mit denen es in Berührung kommt.
Nun werden die Zutaten für den Teig miteinander vermengt: Zuerst rührt ihr das Varkenfett geschmeidig, dann fügt ihr die Raia-Krümel, die gemahlene süße Baumrinde, 5 Tropfen Konzentrat aus süßer Baumrinde und eine Prise Jimaucha hinzu und verrührt sie mit dem Fett. Danach rührt ihr die Eier, das mit Quellpulver vermischte Brotfruchtmehl und die Varkenmilch unter.
Dann nehmt ihr zwei Esslöffel und formt damit aus dem Teig etwa ein Dutzend Häufchen, die ihr (nicht zu dicht nebeneinander!) auf ein mit Backpapier belegtes Backblech gebt.
Nun werden die kleinen Kuchen bei nicht allzu starker Feuerung (ca. 160° C) insgesamt etwa 20-25 Minuten gebacken. Nach etwa einer Viertelstunde Backzeit bestreicht ihr die Oberfläche des Gebäcks mit Varkenmilch und lasst es dann weitergaren.

Während die Kuchen gebacken werden, habt ihr Zeit, den Guss vorzubereiten. Dafür siebt ihr die feinen Raia-Krümel und rührt sie mit dem Rutace-Saft glatt, sodass eine dickflüssige Masse entsteht. Damit bestreicht ihr gleich nach dem Backen die Unterseiten der noch heißen Taler, die ihr danach nach Belieben verzieren könnt.

Schmugglerfleisch

von Corinna Kersten

(für 4 angehende Schmuggler)

Memoria Myrana 25 (2010)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 25 (2010)

Zutaten

Für die Fleischspeise:
1 kg mageres Hurdafleisch (Schweinefleisch, z. B. aus der Oberschale)
250 g frische Chemec-Pilze (Champignons)
1 l Varkenmilch
200 ml Varkensahne
frischer Meertau (Rosmarin – entweder einen Bund Kräuter kaufen oder eine bereits vorhandene Pflanze etwas plündern)
3 Knoblauchzehen
Jimaucha (Salz)
Piperales (Pfeffer, im Idealfall schwarz und frisch gemahlen)
2 EL Rutace-Saft (Zitronensaft)
4 EL Olivenöl (oder anderes Öl, das zum Braten geeignet ist)

Für die Beilage:
etwa 1 kg Cassavas (Kartoffeln)
Jimaucha (Salz)

Für den Nachtisch:
400 g Varkenquark (Magerquark)
150 g valantischer Varkenkäse (Frischkäse)
100 g Raia-Krümel (Zucker)
40 g gemahlene Amygdala (Mandeln)
200 ml kalte Varkensahne
1 Päckchen gemahlene süße Baumrinde (Vanillinzucker)

Zubereitung

Zuerst müsst ihr den Knoblauch in Stifte schneiden. Dann wird das Hurdafleisch unter fließendem Wasser abgewaschen, trockengetupft und von beiden Seiten mit Meertaunadeln und dem in Stifte geschnittenen Knoblauch gespickt. Dazu stecht ihr mit einem scharfen Messer schmale, aber tiefe Schlitze in das Fleisch und steckt jeweils eine Meertaunadel oder einen Knoblauchstift so weit hinein, dass sie nicht über die Fleischoberfläche hinausragen. Danach wird das Fleisch von beiden Seiten mit Jimaucha und Piperales bestreut und dann mit einer Küchenschnur (Nähgarn tut es auch) umwickelt, sodass es auch beim Braten seine Form behält. Dafür wird das Öl in einem Topf erhitzt, das Fleisch dazugeben und auf allen Seiten kurz angebraten. In der Zwischenzeit erhitzt ihr die Varkenmilch, die ihr dann zum Fleisch gießt. Nun muss das Fleisch im verschlossenen Topf bei mittlerer Hitze etwas 75 bis 80 Minuten garen. Dabei müsst ihr die Sauce mehrmals (um nicht zu sagen, ziemlich häufig!) umrühren, sonst brennt sie an.

Während das Fleisch gart, habt ihr Zeit, die Cassavas zu schälen und in Jimaucha-Wasser zu kochen, die Chemec-Pilze zu waschen und in Scheiben zu schneiden sowie den Nachtisch zuzubereiten.
Für das Dessert gebt ihr den Varkenquark, den valantischen Varkenkäse und die Raia-Krümel in eine Schüssel und verrührt diese Zutaten so lange, bis sich die Raia-Krümel aufgelöst haben. Dann gebt ihr die gemahlenen Amygdala hinzu und verrührt auch diese. Als Nächstes nehmt ihr eine zweite Schüssel und schlagt darin die kalte Varkensahne (wenn die Sahne nicht kalt ist, lässt sie sich schlecht bis gar nicht schlagen) zusammen mit der gemahlenen süßen Baumrinde steif. Dann hebt ihr die geschlagene Sahne vorsichtig unter die Mischung in der ersten Schüssel und stellt die Nachspeise bis zum Servieren kalt.

Nach dem Ende der Garzeit nehmt ihr das Fleisch aus dem Topf und stellt es warm. Die in Scheiben geschnittenen Chemec-Pilze werden nun in die Sauce gegeben, ebenso die Varkensahne. Aber Vorsicht: Der Temperaturunterschied zwischen den beiden Flüssigkeiten darf nicht zu groß sein; wenn ihr kalte Varkensahne in eine heiße Flüssigkeit gießt, gerinnt die Sahne. Die Sauce lasst ihr unter ständigem Rühren einkochen, bis sie sämig wird, und schmeckt sie mit Jimaucha, Piperales und Rutace-Saft ab. Zum Schluss wird das Fleisch in Scheiben geschnitten und mit Sauce begossen, einige gekochte Cassavas werden hinzugefügt – und dann kann das Schmausen beginnen.

Siminiafrüchtekuchen

von Corinna Kersten

Memoria Myrana 24 (2009)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 24 (2009)

Zutaten

Für den Teig:
150 g Varkenfett (Butter oder Margarine)
150 g Raia-Krümel (Zucker)
1 Päckchen gemahlene süße Baumrinde (Vanillinzucker)
1 Prise Jimaucha (Salz)
5 Tropfen Rutace-Konzentrat (Zitronen-Aroma)
4 Hühnereier
250 g Brotfruchtmehl (Weizenmehl)
3 gestrichene Teelöffel Quellpulver vom Alchimisten (Backpulver)

Für den Belag:
ca. 900 g eingemachte Siminiafrüchte (Aprikosen)
150 g Brotfruchtmehl (Weizenmehl)
75 g Raia-Krümel (Zucker)
1 Päckchen gemahlene süße Baumrinde (Vanillinzucker)
100 g Varkenfett (Butter oder Margarine)

Zubereitung

Zuerst müsst ihr die Zutaten für den Teig vorbereiten: Das Brotfruchtmehl, die Raia-Krümel, die gemahlene süße Baumrinde und das Quellpulver werden gesiebt, damit das Gebäck lockerer wird und sich keine Klümpchen bilden. Das Quellpulver wird mit dem Brotfruchtmehl vermischt.
Die Eier solltet ihr einzeln aufschlagen – ein einziges faules Ei verdirbt alle Zutaten, mit denen es in Berührung kommt.
Auch die eingemachten Siminiafrüchte für den Belag könnt ihr jetzt schon in ein Sieb schütten, damit sie Zeit haben, abzutropfen.
Nun werden die Zutaten für den Teig miteinander vermengt: Zuerst rührt ihr das Varkenfett geschmeidig, dann fügt ihr die Raia-Krümel, die gemahlene süße Baumrinde, 5 Tropfen Rutace-Konzentrat und eine Prise Jimaucha hinzu und verrührt sie mit dem Fett. Danach rührt ihr die Eier unter (und zwar jedes Ei einzeln, nicht alle auf einmal) und schließlich auch das mit Quellpulver vermischte Brotfruchtmehl. Der Teig sollte nun die Konsistenz haben, dass er schwer reißend vom Löffel fällt. (Falls er zu fest ist, gebt ihr etwas Varkenmilch hinzu; falls er zu flüssig ist, fügt ihr etwas Brotfruchtmehl hinzu.)
Der Teig wird auf ein eingefettetes Backblech gegeben. Dann schneidet ihr die Siminiafrüchte in Streifen und belegt damit den Teig. Danach siebt und mischt ihr für den Belag das Brotfruchtmehl, die Raia-Krümel und die gemahlene süße Baumrinde, fügt das Varkenfett hinzu und vermengt das Ganze mit zwei Gabeln bzw. mit den Händen, Pfoten, Flossen oder was auch immer zu Streuseln. Die Streusel verteilt ihr auf den Siminiafrüchten.

Schließlich wird der Kuchen bei guter Feuerung (ca. 180° C) etwa eine halbe Stunde gebacken. Unbedingt zwischendurch nachschauen, ob der Kuchen zu dunkel wird!

Menü aus Siminiafrüchten

von Corinna Kersten

(für 4 Siminia-Gläubige)

Memoria Myrana 23 (2009)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 23 (2009)

Zutaten

ca. 800-1000 g Siminiafrüchte (Aprikosen). Die Hälfte ist für die Vorspeise gedacht, die andere Hälfte für den Nachtisch, der Saft bzw. einige Früchte für das Hauptgericht; bei großem Appetit auf die Früchte der Göttin nehmt einfach die doppelte Menge.
ca 1 kg geschnetzeltes Varkenfleisch (Schweinefleisch, z. B. Nackengulasch)
1 milde Kerhi (Gemüsezwiebel/Schalotte)
ca. 100 ml Varkensahne
1 Ei
Meli-Sirup (flüssiger Honig)
süßer Beerenwein (Tokajer)
geseihter Azidial (trockener Weißwein) zum Kochen und Trinken
Azidial (Essig)
Piperales (Pfeffer)
getrocknete Mentha (Minze)
Cuminum (Kümmel)
Anethum (Dill)
evtl. MauRua (Garum/Liquamen, ersatzweise Worcester-Sauce). Amaunir lieben diese Sauce, für die meisten anderen Rassen ist sie gewöhnungsbedürftig!
evtl. Stärkepulver (Mondamin)
Öl

Zubereitung

Vorspeise: Geschmorte Siminiafrüchte
Zuerst werden die Siminiafrüchte entsteint, halbiert oder kleingeschnitten und eine Weile in kaltes Wasser gelegt (eingemachte Früchte werden einfach aus dem Einweckgefäß genommen – die Flüssigkeit nicht wegschütten! Ihr braucht sie für das Hauptgericht und könnt etwaige Reste noch zur Verfeinerung des geseihten Azidials mit Meli-Sirup, der zum Essen getrunken wird, verwenden). Dann legt ihr die Früchte in eine Pfanne mit etwas Öl. Zum Würzen erstellt ihr eine Mischung aus Piperales, Mentha, evtl. etwas MauRua, einem Teelöffel Meli-Sirup, etwas süßem Beerenwein, geseihtem Azidial und sehr wenig (!) purem Azidial und gießt sie über die Früchte. Das Ganze wird nun über kleinem Feuer geschmort. Wenn die Masse kocht, kann man sie mit Stärkepulver binden. Vor dem Servieren streut ihr noch Piperales auf die Speise.

Hauptgericht: Varkengeschnetzeltes mit Siminiafrüchten
Das geschnetzelte Varkenfleisch wird mit Öl in einer Pfanne angebraten. Zum Würzen nehmt ihr Piperales, Mentha, Cuminum, Anethum und evtl. etwas MauRua. Dann werden eine gehackte milde Kerhi, geseihter Azidial und Saft von Siminiafrüchten hinzugefügt und die Masse gut umgerührt. Ihr könnt auch noch einige Siminiafrüchte mitgaren – vor allem dann, wenn ihr keinen Saft von Siminiafrüchten zur Verfügung habt.
Dazu passen Brot, Malrhira-Maden (Reis) oder Laija (Nudeln). Die meisten Amaunir betrachten die mitgegarte Kerhi als vollkommen ausreichende Gemüsebeilage für 4 Personen, andere Rassen nehmen gern noch einen Salat hinzu.

Nachtisch: Mit Eiermilch überbackene Siminiafrüchte
Diese Speise wird in der Regel mit Gyldarafrüchten (Birnen) zubereitet, doch ihr werdet feststellen, dass sich Siminiafrüchte ebenfalls ausgezeichnet dafür eignen.
Die Siminiafrüchte werden entsteint, halbiert oder kleingeschnitten und gekocht (bzw. aus dem Einweckgefäß genommen) und dann mit ein wenig Öl in ein feuerfestes Gefäß gegeben. Nun rührt ihr die Eiermilch an; sie besteht aus 100 ml Varkensahne, einem Ei, Meli-Sirup, süßem Beerenwein, Piperales, Cuminum und evtl. MauRua. Die Früchte werden mit der Eiermilch übergossen und bei mittlerer Feuerung (150° C) ca. ½ Stunde gebacken. Vor dem Servieren mit Piperales bestreuen.

Getränk: Geseihter Azidial mit Meli-Sirup
Als Getränk zu dem Menü ist kalter geseihter Azidial (0,75 l) vorgesehen, in den zwei Esslöffel Meli-Sirup gerührt werden. (Der Meli-Sirup löst sich besser auf, wenn man ihn in relativ warmen geseihten Azidial einrührt und das Getränk erst danach kühlt). Je nach Geschmack könnt ihr auch noch etwaige Reste vom Saft aus Siminiafrüchten hinzufügen.

Brajans und Sumus Entzücken

von Corinna Kersten

Memoria Myrana 22 (2009)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 22 (2009)

Zutaten

250 g Varkenfett (Butter oder Margarine)
200 g Raia-Krümel (Zucker)
1 Päckchen gemahlene süße Baumrinde (Vanillinzucker)
1 Prise Jimaucha (Salz)
5 Hühnereier
500 g Brotfruchtmehl (Weizenmehl)
1 Päckchen Quellpulver vom Alchimisten (Backpulver)
ca. 50 ml Varkenmilch
ca. 700 g eingemachte Brajanskugeln (Kirschen)
Thymus (Thymian)
ca. 250 g Sumus Leckerei (Vollmilchschokolade)

Zubereitung

Zuerst müsst ihr die Zutaten vorbereiten:
Sumus Leckerei wird in kleine Stückchen geschnitten. Das Brotfruchtmehl, die Raia-Krümel, die gemahlene süße Baumrinde und das Quellpulver werden gesiebt, damit das Gebäck lockerer wird und sich keine Klümpchen bilden. Das Quellpulver wird mit dem Brotfruchtmehl vermischt. Die Eier solltet ihr einzeln aufschlagen – ein einziges faules Ei verdirbt alle Zutaten, mit denen es in Berührung kommt. Auch die eingemachten Brajanskugeln könnt ihr jetzt schon in ein Sieb schütten, damit sie Zeit haben, abzutropfen.
Nun werden die Zutaten miteinander vermengt:
Zuerst rührt ihr das Varkenfett geschmeidig, dann fügt ihr die Raia-Krümel, die gemahlene süße Baumrinde und eine Prise Jimaucha hinzu und verrührt sie mit dem Fett. Danach rührt ihr die Eier unter (und zwar jedes Ei einzeln, nicht alle auf einmal) und schließlich auch das mit Quellpulver vermischte Brotfruchtmehl. Zum Schluss gebt ihr noch etwas Varkenmilch hinzu – aber nur soviel, dass der Teig schwer reißend vom Löffel fällt. Je nach der Größe (und damit der Flüssigkeitsmenge) der verwendeten Eier können das auch mehr oder weniger als die angegebenen 50 ml Varkenmilch sein.
Zuletzt werden die kleingehackten Stückchen von Sumus Leckerei und die Brajanskugeln untergerührt – aber ganz vorsichtig, sonst gibt es statt ganzer Früchte Fruchtbrei und der Kuchen nimmt eine rosa Färbung an. Wenn ihr verhindern wollt, dass die Brajanskugeln später in der Kuchenform nach unten sinken, könnt ihr sie in etwas Brotfruchtmehl wälzen, bevor ihr sie in den Teig gebt.

Der Teig wird in eine oder mehrere eingefettete Backformen (eine Napfkuchenform Dm 22-24 cm oder zwei Kastenformen Dm 30 x 11 cm) gefüllt und bei guter Feuerung (ca. 180° C) etwa eine Stunde gebacken. Unbedingt zwischendurch nachschauen, ob der Kuchen zu dunkel wird!
Ich schneide den Kuchen immer nach etwa 15 min Backzeit mit einem spitzen Messer der Länge nach in der Mitte etwa 1 cm tief ein, damit die Kruste nicht unschön aufplatzt.
Falls die Oberfläche schon dunkel werden sollte, aber das Innere noch länger gebacken werden muss (zur Probe mit einem Stäbchen aus Metall oder Holz in den Kuchen stechen – solange noch Teig daran hängen bleibt, ist der Kuchen noch nicht durchgebacken), einfach den Kuchen mit dünner Metallfolie (Alufolie) abdecken und weiterbacken.

Junges Shadar im Varkenmantel

von Peter Horstmann und Corinna Kersten

Memoria Myrana 21 (2009)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 21 (2009)

Zutaten

(zur inneren Erwärmung von 4 frierenden Personen)
zartes Fleisch vom jungen Shadar (1 Lammlachs pro Person)
geräuchertes Varkenfleisch (2 Scheiben Schwarzwälder Schinken pro Person)
500-600 g Shingwa-Schoten (grüne Bohnen)
2 milde Kerhi (Frühlingszwiebeln mit Grün)
500 g Lajia-Würmer (Spätzlenudeln)
200 ml Varkensahne
5-7 in Öl eingelegte Knoblauchzehen (das Öl wird z. T. mitverwendet)
Jimaucha (Salz)
grob gemahlener Piperales (Pfeffer)
Thymus (Thymian)
Würze (Maggi, Brühe o. ä.)
Kräuterbutter (für die Lajia-Würmer; ersatzweise Butter, Margarine oder Öl)
Öl (für das Fleisch; ersatzweise irgendein anderes zum Braten geeignetes Fett)

Zubereitung

Shingwa-Schoten:
Die Shingwa-Schoten werden mit 5-7 Knoblauchzehen in einen kleinen Topf geworfen; hinzu kommen 2 EL des Öls, in dem die Knoblauchzehen eingelegt waren. Dann lasst ihr die Shingwa-Schoten auf kleiner Flamme schmoren, bis sie weich sind. Zum Schluss werden sie mit etwas Piperales und Würze (ca. 1 TL) abgeschmeckt. Je nach Geschmack können die Knoblauchzehen aus den Bohnen entfernt oder klein gehackt hinzugegeben werden.

Lajia-Würmer:
Die Lajia-Würmer müsst ihr in Salzwasser kochen bis sie noch bissfest sind, dann abgießen. In den leeren Topf könnt ihr nun etwas Kräuterbutter und Wasser geben, diese Mischung aufkochen und die Lajia-Würmer darin schwenken.

Fleisch:
Die zarten Stücke vom jungen Shadar werden mit Jimaucha, grob gemahlenem Piperales, Thymus und etwas Würze (1-2 TL) gewürzt und in je 2 Scheiben geräuchertes Varkenfleisch eingewickelt. Dann bratet ihr das Fleisch bei mittlerer Hitze, bis es eine rötlich-graue Farbe erhält. Kurz vor Ende werden klein geschnittene milde Kerhi samt Grün hinzugegeben und angebraten. Dann ist das geräucherte Varkenfleisch auch bereits leicht kross geworden und das Essen kann serviert werden.

Soße:
Das Fett der Fleischpfanne und ein Teil der angebratenen Kerhistücke (die anderen werden zum Garnieren genutzt) werden mit Varkensahne aufgegossen.
Aber Vorsicht: Der Temperaturunterschied zwischen den beiden Flüssigkeiten darf nicht zu groß sein; wenn ihr kalte Varkensahne in eine heiße Flüssigkeit gießt, gerinnt die Sahne.