Myranor erscheint wieder beim Uhrwerk Verlag

Auf der gestrigen RatCon in Limburg hat Patric Götz, Verlagsleiter des Uhrwerk-Verlags, während des Mystery Panels mitgeteilt, dass es wieder neue Bücher zu Myranor geben wird. Diese werden unter der ELF-Lizenz veröffentlicht und gelten als nicht kanonisch. Ulisses hat mit der ELF-Lizenz eine Möglichkeit eröffnet, die holprige Geschichte des Westkontinents weiterzuschreiben. Nach Rückgabe der Myranor-Lizenz im Jahr 2017 wird somit die Spielreihe Myranor nach 6 Jahren Pause weitergeführt.

Zwar gelten die neuen Bücher, wie bereits geschrieben, als nicht kanonisch, doch sollte dies kein Problem darstellen. Myranor ist riesig, und die Regionen haben wegen des Efferdwalls nur wenig Kontakt mit Aventurien. So sollte es, zumindest solange Ulisses keine eigenen Bücher zu Myranor herausbringt oder man sich anschickt, ein Crossover zu publizieren, keine relevanten Berührungspunkte mit aventurisch-kanonischen Werken geben.

Natürlich sind und bleiben auch die alten Myranor-Bücher Teil des Kanons, der bei Erstellung neuer Bücher von der zukünftigen Myranor-Redaktion sicher beachtet wird. So gibt es mit ‘Jenseits des Horizonts’ ein Abenteuer, welches Ereignisse zwischen Aventurien und Myranor miteinander verbindet, allerdings noch unter der alten Lizenz publiziert wurde. Und auch gewisse Setzungen wie zum Beispiel das über die aventurische Handelsstützpunkte der Brabaker im Archipel von Shindrabar gehören mit dazu und dienen aventurischen Helden als Überfahrtsmöglichkeit.

Das Rakshazar-Projekt hatte damals auch drei Bände zu Rakshazar (Riesland) zusammen mit Ulisses veröffentlicht, die als nicht-kanonisch gelten, aber für das Spiel auf dem Ostkontinent war das nicht relevant. Es handelt sich um eine Erweiterung der Welt Dere für alle Spieler, die auch außerhalb von Aventurien etwas erleben wollen. Ein paar der dort genannten Begrifflichkeiten wurden später in Büchern zu Aventurien erwähnt und sind damit kanonisch geworden, während die Rakshazar-Autoren ihrerseits versucht haben, Erwähnungen über das Riesland aus allen DSA-Publikationen in ihrem Riesland einzubauen. Eine Projektprämisse, die auch gegenwärtig noch gilt.

Ebenso haben wir es bei der Erstellung von Vesayama und Ras Tabor gemacht. Wir haben die wenigen Nennungen in offiziellen Publikationen genommen und eine passende Region daraus aufgebaut.

So wird es dann auch mit Myranor sein. Die Autoren beschäftigen sich mit Ereignissen auf dem Kontinent Myranor und können diese erweitern. Es gibt noch so viel über diesen großen Kontinent zu erzählen. Regionen wie Draydalân und der Ferne Westen sind zum Beispiel noch nicht beschrieben. Aber auch im östlichen Teil Myranors gibt es genug zu erzählen.

Mit der ELF-Lizenz müssen die Bücher nicht mehr von der DSA-Aventurien-Redaktion (Ulisses Spiele) abgesegnet werden, wie das bei der alten Myranor-Lizenz noch der Fall war. So kann sich diese auf ihre Kernaufgaben bezüglich Aventurien kümmern.

Wir freuen uns über diese Mitteilung, da so dieser fantastische Kontinent auf der Welt Dere auch für neue Spieler in Buchform erlebbar wird.

20 Jahre Myranor – eine Kolumne

Im Jahr 2000 war es so weit. Ein neuer Kontinent in der Welt des Schwarzen Auges wurde spielbar gemacht.
Auf der Spiel 2000 in Essen vom 26.-29. Oktober 2000 präsentierte der Verlag Fantasy Productions die Box Myranor – Das Güldenland und das Abenteuer Reise zum Horizont. Dies war der Beginn einer holprigen Reise für das vierte Setting des Schwarzen Auges. Tharun lag bereits zwölf Jahre zurück und Ras Tabor wurde im August des gleichen Jahres zu einem Kontinent südwestlich von Myranor.
Das antike Setting und die vielen spielbaren Tiermenschen gefielen nicht jedem und in den Rollenspiel-Foren entbrannten heiße Diskussionen um den neuen Kontinent.
Doch sollte es Myranor nicht so ergehen wie Ras Tabor oder Tharun, die nach jeweils zwei Publikationen wieder in der Versenkung verschwanden. Bei Myranor bildete sich eine kleine Fanbase, die es sogar schaffte, dass Fanpro 2006 das Regelwerk für den Kontinent in einer überarbeiteten Fassung und als Hardcover herausbrachten. Außerdem gaben sie die Lizenz für Myranor an Ulisses Spiele, die auch gleich mit dem Myranischen Arsenal und einer Abenteuer-Anthologie im Jahr 2007 weitere Bücher nachlegten. Als 2009 die Myranor-Lizenz vom Uhrwerk-Verlag übernommen wurde, ging es weiter so positiv voran für das Setting und die DSA 4.1-Regeln wurden bis zur Artefakt-Erschaffung ausgearbeitet. Aber auch im Bereich der Regionalbeschreibungen wurde kräftig nachgelegt. Mit Unter dem Sternenpfeiler wurde das große Imperium und seine angrenzenden Regionen beschrieben, dann folgten in Myranische Meere alle Meeresregionen und 2018 ergänzte Jenseits des Nebelwalds die Regionalbeschreibungen um den Süden Myranors.
Auch wenn sich Myranor nach 20 Jahren nicht mit Aventurien messen kann, was es auch nicht will, so wurde der Kontinent in dieser Zeit auf seinen Gebieten östlich des Rückgrat der Welt beschrieben und mit zwei Dutzend Abenteuerbänden bespielbar gemacht.
Doch leider gibt es einen Wermutstropfen. Von den 20 Jahren gab es vier Jahre in denen gar nichts zu Myranor veröffentlicht wurde. Der Grund dafür ist die Umstellung auf die 5. Regeledition und die Lizenzrücknahme von Ulisses Spiele. Zwar hat Markus Plötz von Ulisses Spiele, in einem Interview mit Orkenspalter TV am 12.10.2017 (Die Zukunft von DSA: Myranor – Interview mit Markus Plötz von Ulisses – YouTube), davon geredet, dass Myranor weiter geführt werden soll, aber bisher haben wir leider nichts neues dazu gehört.
Ich kann verstehen das ein neues Konzept und ein neues Regelwerk nicht einfach mal schnell erstellt werden kann, aber warum kommt nach drei Jahren immer noch nichts? Haben sich die Pläne geändert?
Auf der Ulisses-Homepage sieht man zumindest nichts mehr von den anderen DSA-Welten. Dort gibt es nur noch Aventurien.
Alle möglichen Rollenspiel-Projekte und sogar viele für Aventurien wurden in den letzten Jahren mit einem Crowdfunding finanziert. Für Myranor, dass nicht die Fanbase hat wie Aventurien, wäre dies ebenfalls ein Weg, um sicher zu gehen ob genug Käufer für Myranor vorhanden wären. Aber auch das gab es nicht in den letzten Jahren. Es herrschte einfach nur Totenstille.
Daher muss die klare Frage gestellt werden: Was soll man davon halten? Was hat der Verlag vor?
Wäre das 20. Jubiläum von Myranor nicht genau der perfekte Zeitpunkt gewesen, die neue Regeledition zu veröffentlichen? Meiner Meinung nach ja und wenn ich in die Foren sehe, dann bin ich nicht der Einzige der so denkt.
Es ist schade, dass ein solches Jubiläum nur von einer Fanzine zelebriert wird und nicht vom Verlag der alle Rechte inne hat.
Wir werden bei der Memoria Myrana trotzdem weiterhin die Fahne hochhalten und Fan-Material zu Myranor veröffentlichen, aber wir wünschen uns ebenfalls ein offizielles Lebenszeichen zu Myranor vom Verlag. Markus Plötz, gib doch bitte endlich ein Statement zu den Welten außerhalb von Aventurien ab. Und wir hoffen es wird ein Lebenszeichen mit zukünftigen offiziellen Publikationen.

Neue Aktivitäten rund um Myranor und Tharun

Um die Wartezeit bis zum DSA 5-Grundregelwerk für Myranor und Tharun von Ulisses zu überbrücken, hat sich das Team der Memoria Myrana zu einigen Zwischenprodukten entschieden und diese mit Ulisses soweit abgesprochen, dass man draus in Kürze einige Kickstarter erstellen kann.

  1. Myranische Wege der Vereinigung. Nach dem großen Erfolg des aventurischen Werkes soll es eine myranische Ergänzung geben, die all die vielen exotischen Spezies und Kulturen in den raiagefälligen Kontext stellt. So soll Spielern wie Spielleitern all das notwendige Material an die Hand gegeben werden, um die erotische Vielfalt des Güldenlands genießen zu können. Geplante Themen sind u. a.: „Mach mir den Hengst“ – Liebesleben und Praktiken der Kentori, „Bis einer blutet“ – das Werben der Tighrir, „Wies euch gefällt“ – die Vorzüge der Ravesaran, „Handwerkskunst“ – die Massage-Griffe der Neristu für die erfüllte Partnermassage (für Fortgeschrittene), „Lass uns Kuscheln“ – der Beziehungsratgeber für Baramunen und andere Rollenspielteddys, „Heute bin ich Hornie“ – die Verführungskünste der Satyare (mit Rezepten für mehr Ausdauer).
  2. Myranisches Kochbuch. Aus der Vielzahl bisheriger Rezepte und einigen neuen Ideen sowie Fan-Einsendungen soll ein stimmungsvolles Kochbuch für den heimischen Spieltisch erstellt werden, sodass man zum Abenteuer immer das passende Gericht servieren kann. Neben dem klassischen Pulpellen-Grundrezept finden sich u. a. detaillierte Anweisungen zum Ausnehmen und Zubereiten der berühmten valantischen Speckmöpse in dieser einzigartigen kulinarischen Reise durch ganz Myranor.
  3. Die eintausend Namen der Optimaten: Auf vielfachen Wunsch werden die optimatischen Namen und ihre korrekte Nutzung im Spiel nun als 200seitige Spielhilfe produziert. Neben 40 Seiten von passenden Vornamen in regionalen Varianten und gesamt-imperialen Basis-Versionen werden die notwendigen Vor- und Nachteile, Sonderfertigkeiten und detailgetreuen Regelergänzungen auf etwa 100 Seiten vorgestellt. Dazu kommen dann mindestens 20 Seiten zu den Mittelpronomen, ihre Verwendung je nach Region oder Haus. Mit entsprechenden Strechgoals sind weitere Detailstufen wie die korrekte Ansprache nach Cammer, Sonnenstand und Ausbildungsstufe möglich.
  4. DeMyMe – Der Myranische Metaplot: Als Anpassung auf die Ausgestaltung Deres durch Ulisses als federführendem Verlag, erhält der Planet nun einen globalen Metaplot, was auch deutliche Auswirkungen auf Aventurien haben wird und umgekehrt das Spiel in Myranor einsteigerfreundlicher machen soll. Ein erster Schritt wird eine Leonir-Kolonie auf den Zyklopeninseln sein, die eine Reformation der Rondrakirche nach rhacornischem Vorbild anstößt. Weiterhin soll die brabaksche Kolonie im Archipel von Shindrabar soweit ausgebaut werden, dass ein regelmäßiger Transfer von Helden und NSC zwischen den Kontinenten möglich ist. Auch die Raia-Kirche wird davon profitieren, wird doch der Einfluss von Amaunir, Satyaren und besonders von Ravesaran auf die Möglichkeiten der Kirche enorme Möglichkeiten für die Spieler haben. Noch zu klären ist die Übernahme des kerrishitischen Donnerpulvers durch das Mittelreich und die damit mögliche Eroberung des Horasreichs.
  5. Schönes Handwerk” ist derzeit der Arbeitstitel für ein Quellen- und Regelbuch, das sich mit Tharun beschäftigt. Dabei geht es neben einigen Darstellungen zum Handwerk in Tharun allgemein – im Stile eines Handelsherr und Kiepenkerl – vor allem um die Künste Origami und Ikebana. Hier werden nicht nur die notwendigen Sonderfertigkeiten und Fokusregeln in Vorarbeit zu einem GRW bereitgestellt, es soll auch einen praktischen Teil geben, wie man die schönen Künste ins Rollenspiel am Tisch und in die Vorbereitung von Abenteuern einbauen kann. Dazu werden mehrere Beispiele, Falt- und Steckanleitungen gegeben. So wird es z. B. möglich sein, bestimmte Rätsel mittels Origami zu gestalten, bei denen ein Lösungswort erst dann lesbar wird, wenn es den Spielern gelingt, die vorgegebene Figur mittels einer Kopiervorlage nachzufalten. Das kann dann in eigenen Abenteuern für versteckte Botschaften und geheime, evtl. sogar Wahre Namen genutzt werden. Bei der Kunst des Ikebana werden Tabellen für Farbkodierungen und Zahlenmystik den praktischen Teil ergänzen. Da solche Techniken auch auf Maraskan ihre Anwendung finden könnten, verspricht der Band auch für reine Aventurien-Spieler einen Mehrwert.

 

EDIT 02.04.2018: Natürlich sind die meisten Ideen hier Teil des alljährlichen Traviasnecken. Es gab keine Absprache mit Ulisses und es wird auch keine Aktionen bei Kickstarter geben. Ob wir uns den Spaß gönnen einige der Ideen trotzdem zu schreiben, … die Reaktionen waren schon sehr vielversprechend.^^

30 Jahre Tharun – Ein Jubiläum das keiner merkt!

Ist es doch schon so lange her, dass die erste Schwertmeister-Box unter dem Label DSA Professional das Licht der Welt erblickt hat?

Im Jahre 1987 hatte Schmidt-Spiele insgesamt 18 verschiedene Spielsteine übrig, die Ulrich Kiesow vorgelegt wurden. Diese mit Runen versehenen Steine sollte er in unser geliebtes Rollenspiel ‚Das Schwarze Auge‘ einbauen. So entstand zusammen mit Hadmar Wieser die Welt Tharun, in der hochstufige Helden noch gefährlichere Abenteuer erleben konnten als in Aventurien.

Auf 92 Seiten in zwei Heften und mit 18 sogenannten Runensteinen versehen, wurden die Helden ins neue Setting eingeführt und die dazugehörigen Regeln erklärt.

Bereits ein Jahr später folgte mit dem Fest der Schwertmeister die zweite Box zu diesem exotischen Setting und man sollte meinen es würden weitere folgen. Doch weit gefehlt, die zweite Box war auch die letzte und so wurde bereits nach zwei Jahren Tharun wieder zu Grabe getragen.

Aber Totgeglaubte leben länger. Im Dezember 2013, nun auch schon wieder vier Jahre her, veröffentlichte der Uhrwerk-Verlag mit Die Welt der Schwertmeister einen dicken Hardcover-Band mit 276 Seiten über die Welt von Tharun. Dieser Band enthielt weit mehr Hintergrund-Informationen zum Setting als die zwei bisherigen Boxen aus den 80ern.

Zwei Jahre später kam mit Wege nach Tharun der dazugehörige Regelband in DSA 4.1 Regeln heraus, so dass das Setting wieder komplett spielbar war.

Doch auch diesmal stand die Hohlwelt unter keinem guten Stern, denn durch die Änderung von DSA auf die fünfte Regeledition konnte der geplante Abenteuerband nicht mehr mit DSA 4.1 Regeln veröffentlicht werden. Der Band, mit Namen Schwerter und Giganten, sollte nun regelfrei erscheinen und verzögerte sich so immer weiter.

Im diesem Jahr fand dann der Lizenzwechsel der Tharun-Lizenz vom Uhrwerk-Verlag an den DSA Rechteinhaber Ulisses-Spiele statt. Zwar soll der Abenteuerband noch erscheinen, aber zur weiteren Zukunft von Tharun gibt es seitens Ulisses-Spiele noch keine greifbaren Informationen. Auf Nachfrage auf der SPIEL17, befinde man sich derzeit in der Ideenfindung,

Dann wollen wir doch alle hoffen, dass Tharun auch den Weg nach DSA5 findet und keinen zweiten Tod nach mittlerweile 30 Jahren stirbt. Nach lediglich 5 Publikationen in 30 Jahren, sollte ja ausreichend Spielraum zum weiteren Ausarbeiten vorhanden sein.

Orkenspalter TV-Interview mit Markus Plötz zum Thema Myranor

Mháire von Orkenspalter TV hat Markus Plötz, den Chef von Ulisses zum Thema Myranor und der Rücknahme der Lizenz interviewt. Dabei geht es u. a. um die weitere Planung von Myranor als Teil eines welt- bzw. dereumspannenden Plot-Systems und weiteren Publikationen. Sicherlich nicht nur für uns interessant, war die Frage nach der weiteren Beschäftigung der bisherigen Autoren und den Möglichkeiten der Beteiligung der Fans.