Aufruf an alle Teilnehmer des Ars Myrana 2011!

In den Ausgaben 49 und 50 hatten wir euch schon mitgeteilt, dass wir alle bisher nicht publizierten Beiträge des Ars Myrana-Wettbewerbes aus dem Jahr 2011 im Fanzine veröffentlichen wollen.
Dazu benötigen wir aber das Einverständnis des jeweiligen Autors, da dieser das Urheberrecht auf seinen Text besitzt.

Wir konnten zwar schon mit einer Reihe von Autoren Kontakt aufnehmen und haben deren Erlaubnis erhalten, aber trotzdem gibt es noch 17 Teilnehmer und damit 30 Beiträge bei denen diese fehlt. Zwar kennen wir von 14 die Namen, doch liegen uns keine oder veraltete Kontaktdaten vor, wodurch wir sie nicht erreichen können.

Wenn ein Teilnehmer, der noch nicht von uns angeschrieben wurde, dies liest, dann schreibe er oder sie uns bitte unter info(at)myrana.de an. Dabei ist es egal, ob die Beiträge aus dem Wettbewerb als Artikel der Memoria Myrana erscheinen sollen oder nicht. Auch ein ‚Nein‘ hilft uns zur besseren Planung.

Ausgabe 50

50 Ausgaben … und noch lange nicht genug!
Mit 50 Seiten, 10 Beiträgen und einem Wettbewerb feiern wir unser Jubiläum. Die neue Ausgabe des »Fanzines für die Welt außerhalb Aventuriens« führt nach Myranor, nach Tharun und lädt nach Vesayama ein. Als Autoren haben wir Roland Hofmeister, Peter Horstmann, Dennis Maciuszek, Christoph Michaelis, Claas Rhodgeß, Kirsten Schwabe, Jan Stawarz, Jochen Willmann. Verschönert haben die Ausgabe Diana Rahfoth, Kirsten Schwabe und Peter Horstmann.

ARS MYRANA 2018

50 Ausgaben der Memoria Myrana sind uns so einiges wert. Und deshalb wollen wir das mit euch zusammen feiern und Geschenke verteilen. Da wir alle einem kreativen Hobby frönen, erschien es uns am passendsten, dies mit einem Wettbewerb zu verbinden. 
Der Kreativ-Wettbewerb findet in mehreren Etappen statt, bei der die Teilnehmenden ihrer Kreativität und ihrem Spieltrieb nahezu freien Lauf lassen können. Weitere Infos in der Ausgabe ab S. 26.

RPC FANTASY AWARD

Noch bis zum 30.04. kann man für Myranor oder Tharun beim RPC Fantasy Award abstimmen. Wer das bisher noch nicht getan hat, sollte das einfach mal machen. Damit Myranor und Tharun ein gutes Ergebnis bekommen und dies vielleicht als Anreiz genommen wird, bald neue Produkte anzukündigen.

Viel Spaß mit der Ausgabe

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Engors Dereblick rezensiert die Memoria Myrana 49

Die DSA-Fanseite Engors Dereblick hat sich unsere Ausgabe 49 vorgenommen und unter der Überschrift »Gratisfutter: Memoria Myrana Nr.49« rezensiert. 

Sehr schön sind die grundsätzlichen Anregungen, die man für das Spiel im Güldenland erhält […] Umso wichtiger, dass mit der Memoria Myrana eine klar erkennbare Konstante vorhanden ist, bei der man erkennt, dass hier nach wie vor viele Menschen mit viel Herzblut daran arbeiten, beiden Settings1 eine Zukunftsperspektive zu bieten und der Materialfluss weiterhin gewährleistet ist bzw. an einer Mitgestaltung Interessierte hier eine gute Plattform finden können.

Solche Bewertungen motivieren außerordentlich, die Arbeit am Fanzine auch weiterhin fortzuführen. 

 
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1 gemeint sind die Settings Myranor und Tharun

Memoria Myrana 49

Nach einer längeren Zeit als Teil des Uhwerk!, dem Verlagsmagazin des Uhrwerk Verlags, ist die Memoria Myrana wieder eigenständig unterwegs. Mit der aktuellen Ausgabe starten wir den 14. Jahrgang und hoffen damit die Spielwelt Myranor, das Güldenland jenseits des Meeres der sieben Winde, auch weiterhin aktiv unterstützen zu können. Doch die Memoria hat sich ab dieser Ausgabe noch mehr vorgenommen: Von nun an werden wir uns nicht mehr auf Myranor beschränken. Vier Mal im Jahr werden wir Ideen und Artikel zu Myranor, Tharun, Uthuria und Vesayama bringen!

In dieser Ausgabe bringen wir als

Fan-Artikel: 

  1. Tempel der Einheit von Körper und Geist (Dennis Maciuszek, Spielhilfe, Myranor)
  2. Das Grabmal der Roaxane (Peter Horstmann, Spielhilfe, Myranor)
  3. Irulabath (Jan Stawarz, Spielhilfe, Myranor)
  4. Die magischen Traditionen der Kerrishiter: die Astrologen (Peter Horstmann, Spielhilfe, Myranor)
  5. Ein Artefakt für den Horas (Jochen Willmann, Abenteuer-Szenario, Myranor)
  6. Die Yachyach-Jägerin (Kirsten Schwabe, Archetyp, Myranor)
  7. Bal’ Tlingir (Peter Horstmann, Spielhilfe, Myranor)
  8. Rimat Ulai aus der Familie der Tibira (Peter Horstmann, Spielhilfe, Myranor)

News & Informationen:

  1. Informations-Übersicht (MM, aktuelle News)
  2. Schwerter und Giganten (Peter Horstmann, Information, Tharun)
  3. Jenseits des Nebelwalds – der Südband – ein Preview (Peter Horstmann, Information, Myranor)

 

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Liste aller im Magazin erschienener Kurzabenteuer und Szenarien

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Im Laufe der vielen Jahren sind so einige Kurzabenteuer und Szenarien als Artikel im Magazin erschienen.

Zwecks einer schnelleren Übersicht für den suchenden Meister, haben wir diese Rubrik hier erstellt.
Um zur Seite der Ausgabe zu gelangen bitte auf den Titel der Ausgabe klicken.

Abenteuer Kontinent / Region Ausgabe Seite Autor Bemerkung
Die Vineratischen Caprodoren Myranor / Vinerata MM 1 15 – 18 Michael Wuttke Kurzabenteuer; sollte ursprünglich als ein Kapitel des offiziellen Myranor Abenteuers „Die Spur des Sternenprinzen“ veröffentlicht werden. Doch Platzmangel sorgte dafür, dass dieses Kapitel nicht in die Endfassung aufgenommen wurde.
Der Fall von Satyrabasch Vesayama / West-Meralis MM 6 12 – 13 René Littek Szenario
Nebel über Asnarion Myranor / Balan-Cantara MM 6 23 – 27 Jörn Wesserling Szenario
Der Dunkle Fährmann Myranor / Balan-Cantara MM 9 20 René Littek Szenario
Cirkelkrieg! Myranor / Balan-Cantara MM 9 20 – 21 René Littek Szenario
Mholurendiener Myranor / Balan-Cantara MM 9 21 René Littek Szenario
Die Legende von Apadana Myranor / Tharpura MM 11 14 – 17 Peter Horstmann Legende mit Szenarioidee
Die Straße der 1000 Tempel Myranor / Tharpura MM 11 20 – 26 René Littek Beschreibung der Pilgerstraße westlich von Tokum Isoru mit Szenarioideen
Der dicke Prinz Myranor / Imperium MM 16 10 – 12 Dennis Rüter Szenario
Im Dienst des Ridor Murta Myranor / Makshapuram MM 23 44 – 51 Alex Spohr Szenario
Der Papyrus der Sonnenschlange Aventurien MM 24 8 – 10 René Littek Szenario über die Hinterlassenschaft der Shintir (my. Shindra) in Aventurien
Von Schlangen und Katzen Myranor / Shindrabarisches Archipel MM 24 22 – 35 Alex Spohr Kurzabenteuer
Sklaven des Windes Myranor / Südimperiales Gebirge MM 25 32 -52 Dennis Rüter Kurzabenteuer
Fünf Stunden bis zur Ewigkeit Myranor / Gyldraland MM 28 32 – 43 Christian Gaertner Kurzabenteuer (Myraniars-Abenteuer)
Der Eber von Oupolis Myranor / Demelion MM 30 27 – 36 Mark Koschmieder Kurzabenteuer
Die Höhle der Rätsel Myranor MM 36 (UM 3) 37 – 40 Markus von Leon Kurzabenteuer
Intrigentanz Myranor / Imperium MM 39 (UMSA) 19 – 47 Dennis Rüter Kurzabenteuer
Die Priesterin von Cranarenius Myranor / Cranarenius MM 39 (UMSA) 122 – 127 Morcarion vom Berg Kurzabenteuer
Auf Wolkenschwingen Myranor / Narinion MM 40 (UM 6) 19 – 34 Dennis Rüter Kurzabenteuer
Feste Rituale Myranor / Valantia MM 41 (UM 7) 28 – 37 Morcarion vom Berg Kurzabenteuer
Totenkugel Myranor / Imperium MM 42 (UM 8) 32 – 48 Dennis Rüter Kurzabenteuer
Von Blutghulen und anderen Untoten Myranor / Anthalia MM 48 (UM 15) 54 – 60 Jochen Willmann und Dennis Rüter Szenario (Myraniars-Abenteuer)
Ein Artefakt für den Horas Myranor / Cantera MM 49 17 – 18 Jochen Willmann Szenario (Myraniars-Abenteuer)
Der Zorn der Nanja Tharun / Archipel Kanda MM 50 41 – 46 Roland Hofmeister Szenario auf der Insel Arinda

Hase

von Theresia Brasche und Peter Horstmann

für 4 Personen

Memoria Myrana 38 (2015)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 38 (2015)

Zutaten

1/2 Stein (0,5 kg) Hasen- oder Kaninchenfleich
1 Karotte
2 Stangen Apium (Staudensellerie)
3 Zehen Knoblauch
Nepetablätter (Rosmarin), Laurusbusch (Lorbeerblätter)
1/2 Okul (0,5 l) Rotwein
1/4 Okul (0,25l) Fleischbrühe
Öl

Zubereitung

Heute wird es ein Gericht geben, mit dem ich meinem neuen valantischen Tontopf (Römertopf) ausprobieren will. Zuerst brauchen wird das Fleisch eines Hasen, eines Kaninchens oder auch eines Shadars. Das zerschneiden wir kleine Stücke. Dann zerkleinern wir noch die Möhre, die Knoblauchzehen – wie immer gilt, je mehr Geschmack er abgeben soll, desto feiner wird er zerkleinert und desto später kommt er dazu – und den Apium (Sellerie). Das alles kommt nun in den Tontopf. Dazu geben wir noch die Nepetablätter (Rosmarin), ruhig ein gutes Dutzend Blätter, und auch die drei bis vier Blätter vom Laurusbusch (Lorbeer) landet im Topf.
Dann geben wir den Rotwein hinzu. Das sollte ruhig ein guter sein, immerhin hat seine Stimme beim Geschmack ein großes Gewicht. Für den kleinen Geldbeutel reicht auch ein guter Azidial (Trinkessig), er sollte jedoch nur wenig Säure und mehr Fruchtgeschmack haben. Das Ensemble bedecken wir mit einem Tuch, verscheuchen Fliegen und Küchenhilfen – die neue, Ki’Rla, nascht immer am Fleisch – und lassen es bis zum nächsten Tag (etwa 24 Stunden) ziehen.
Nun trennen wir Fleisch und Marinade. Die Marinade wird durch ein Sieb gegossen, aber Vorsicht, wir brauchen alle Teile noch. Das Fleisch etwas abtrocknen, dann kurz in harpalischem Maismehl wälzen. Die zweite Hälft e des Topfes wird nun auf den Ofen gestellt, etwas Olivenöl hinzu und dann das Fleisch ordentlich anbraten. Abspecken mit Piperales (Pfeff er) und Jimaucha (Salz) nicht vergessen! Ich mag den Geschmack des Myrunhaller Flusssalzes. Wenn das Fleisch soweit ist, dann schiebt ein paar Kohlen zur Seite und reduziert die Hitze. Jetzt kommen nämlich das Gemüse auch der Knoblauch hinzu, und die Kräuter noch einmal.
Das lassen wir dann etwas dünsten. Dann geben wir den Rotwein und die 10 Unzen Brühe dazu. Den Tontopf mit dem zweiten Teil zudecken und bestimmt zwei Stunden köcheln lassen. Es geht auch etwas länger, je nachdem wie der Geschmack sein soll. Je länger, desto weicher wird alles, auch im Geschmack.
Wenn es soweit ist, nehmen wir die Kräuter raus und servieren es mit Canillen (Kartoffeln) oder auch Lajia (griech. Nudeln).

Schneefladen

von Theresia Brasche und Peter Horstmann

für 4 Personen

Memoria Myrana 37 (2014)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 37 (2014)

Zutaten

1/2 Stein Kuanua ( 500g Gehacktes)
4 Fladen (Weizenmehl oder Maismehlfladen)
1 Paket Varkenkäse (Feta)
1 Kerhi (Zwiebel)
3 Zehen Knoblauch
Jimaucha (Myrunhaller Fluss-Salz), Piperales (Pfeffer), Thymian, Olivenöl, Pflanzenöl
Milch oder Sahne vom Vark, Knoblauchsoße

Zubereitung

Heute muss es etwas schneller gehen, denn gleich kommt ein knauseriger Honorat des Hauses Alantinos und will die Bestellung seines Imbisses im Winter abholen … und das zum Tag des Shinxir (9. Juni)! Da keine Magie im Essen sein soll, musste ich mir etwas einfallen lassen. Neben ein paar Köstlichkeiten mit der weißen Version von Sumus Leckerei (Weiße Schokolade) wird es auch meine geliebten Schneefladen geben.

Das Kuanua wird in einer Pfanne mit etwas Öl (Pflanzenöl mit geringem Eigengeschmack) angebraten, die Kerhi – fein gehackt – hinzugegeben. Dies wird nun weiter gebraten, bis die Kerhi-Stücke goldgelb werden. Dann wird ein Viertelliter Milch oder Sahne ergänzt und der Varkenkäse, ebenfalls schön zerkleinert, dazu gegeben. Ebenso der Thymian. Die Mischung lassen wir kochen, bis sie ein fester Brei wird. Je nachdem wie intensiv man den Knoblauch haben möchte, kommt er bereits mit den Kerhi-Stücken zusammen (wenig Knoblauchgeschmack) oder erst mit dem Thymian (intensiverer Geschmack) in die Pfanne. Alternativ kann man auch eine fertige Knoblauchsoße nutzen und dafür etwas weniger Milch oder Sahne verwenden. Dann mit Jimaucha, Piperales und Olivenöl abschmecken und auf die zwischenzeitlich erhitzten Fladen geben. Durch den geschmolzenen Varkenkäse sehen die Fladen aus, wie eine kleine Winterlandschaft.

Gespießtes Shadar-Kuanua mit Houmus

von Theresia Brasche und Peter Horstmann

Memoria Myrana 36 (2014)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 36 (2014)

Zutaten

Spieße
250g Kuanua vom jungen Shadar (Lammhack)
1 Kerhi (Zwiebel)
1 El. Gehacktes Thunisblatt (Koriander)
1 El. Gehacktes Herba Lapidus (Petersilie)
5 Prisen gemahlenes Thunisblatt (Koriander)
2-3 Prisen Pulver von roten Anthalischen Feuerpilzen (Chili-Pulver)
Jimaucha (Salz)
Piperales (Pfeffer)
Öl
Bronzespieße

Das Houmus
1 El. Öl
2 Knoblauchzehen
400g Valantische Shingwaperlen (Kichererbsen)
50ml Milch
Tahinamehl (Sesam, gemahlen)
Jimaucha
Piperales
2El. Gehacktes Thunisblatt

Zubereitung

Der Houmus-Brei
Zuerst müssen wir das Houmus zusammenrühren. Eigentlich habe ich immer einen Topf in der Kühlung, aber heute machen wir es einmal frisch. Die Shingwaperlen müssen ausgiebig gewässert werden. Dafür lassen wir sie einen Tag und eine Nacht in Wasser stehen und wechseln zwischendurch das Wasser. Wenn man das vergisst, kann man böse Bauchschmerzen bekommen. (Alternativ: Eingelegte Kichererbsen aus der Dose) Wir nehmen dann die eingeweichten Perlen, gießen das Wasser ab und kochen sie in neuem Wasser. Da geben wir etwas Jimaucha hinzu. Eine Freundin von mir gießt da auch immer etwas Saft der Rutace (Zitrone) hinzu, aber ich mag das nicht so. Die nahezu zerkochten Perlchen werden dann zu einem Brei püriert. Da kann man richtig Muskeln aufbauen. Hinzu kommen dann das Öl – am besten aus Oliven oder Tahina– und die fein gemahlenen Tahinasamen. Ich gebe da meist einen ganzen Esslöffel mit hinzu. Bei mehr wird es bitterer und die Samen sind sehr dominant im Geschmack. Alles gut verrühren. Dann geben wir das wirklich sehr fein gehackte Thunisblatt und die ebenso fein verarbeiteten Zehen des Knoblauchs dazu. Mit Jimaucha und Piperales abschmecken. Zum Schluss mit etwas Milch die Konsistenz anpassen – es muss ein feiner Brei sein, keine dünne Suppe und kein fester Brotteig.

Die Spieße
Das Kuanua (Hack) des jungen Shadars eignet sich hervorragend, da es einen feinen Eigengeschmack hat, zart und ohne viel Fett ist.
Wir geben also unserer Küchenhilfe die Kerhi und lassen sie die fiesen Dinger in kleine Würfel hacken. RirPao ist eh dauernd in den falschen Amaun verschossen und immer am Maunzen und Schluchzen. Danach sind das Thunisblatt sowie das Herba Lapidus zu hacken.
Das Kuanua wird dann mit den gehackten Kräutern, Jimaucha, Piperales und der Kerhi zu einem Brei vermischt. Vorher gut die Pfoten waschen, sonst sind zu viele Haare mit dabei. Dann wird das Kuanua zwar fester, aber es gibt Gäste, die mögen sowas nicht. Aus dem Fleischbrei formen wir dann so viele Portionen, wie die göttliche Familie Mitglieder hat und verteilen sie auf die Bronzespieße. Die acht Spieße kommen dann noch einmal zur Seite (ca. halbe Stunde), am besten in die Kühlung, sonst haben wir zu viele Fliegen dabei und der Fleischbrei verliert Feuchtigkeit.
In der Zeit könnte man nun gut das Houmus anrichten, damit es wirklich frisch ist oder andere Dinge in der Küche erledigen. Zu tun gibt es immer etwas.
Einige wollen Spieße immer gleich grillen. Das kann man machen, doch beim jungen Shadar ist es mir lieber, wenn es gleichmäßig gebraten wird, sonst kann es trocken werden. Deswegen nehme ich eine meiner Eisenpfannen aus Corabenius dazu. Die schweren Dinger sind nicht nur hervorragend, wenn man nachts einen Neristu oder andere Einbrecher in der Küche erwischt – und sich die Pfoten nicht schmutzig machen will – die werden auch schön gleichmäßig heiß. Also erhitzen wir das gute Stück bei mittelhoher Flamme und geben etwas Olivenöl dazu. Dazu geben wir die Spieße und lassen sie unter regelmäßigem Wenden braun werden. Parallel dazu erwärmen wir das Houmus im Wasserbad. Dazu stellen wir einen Topf auf den Ofen und kochen darin Wasser. Im Wasser steht dann unsere Schüssel mit dem Brei. Wer hat, kann auch das Brotfach im Ofen dazu nutzen. Aber Vorsicht, das Houmus soll nur warm werden – nicht austrocknen.
Sind die Spieße fertig, legen wir sie kurz auf die warme Platte daneben oder auf einen vorgewärmten Teller und werfen etwas Knoblauch in das heiße Öl. Ein paar Minuten anbraten, aber nicht braun werden lassen. Wer möchte kann auch noch etwas gehackte Kerhi dazu tun. Wir legen dann je zwei Spieße auf einen Teller und geben drei Löffel Houmus dazu. Darüber wird dann das heiße Öl mit Knoblauch (und evtl. Kerhi) verteilt.
So bekommen wir gleich vier Shinxir-Gardisten satt. Ich reiche dazu immer frisches Brot und einen guten roten Azidial.

Tharpuresisches Hähnchen

von Jan Stawarz, Kirsten Schwabe

Memoria Myrana 33(2012)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 33 (2012)

Zutaten

6 TL Öl
1 gehackte scharfe Kerhi (Zwiebel)
½ TL Tharpuresisches Gelbwurzelpulver (Kurkuma)
1 TL Thunisblatt, gemahlen (Koriander)
1 TL Cuminum (Kreuzkümmel)
1 TL Feuerpulver (Chilipulver)
2 TL Wasser
750g Hähnchenfleisch, ohne Knochen, gewürfelt
1 kg Meralische Strauchfrüchte (Tomaten), gehackt
Jimaucha (Salz)
1 grüner Minjamon Pilz (Paprikaschote)
½ TL gehackte Knoblauchzehen
2 grüne Feuerschoten (Chilischoten), gehackt

Zubereitung

Zuerst wird das Öl in einer großen Bratpfanne, oder einem neristischen Kwisso (Wok) erhitzt und die gehackte Kerhi darin weich gedünstet. In der Zeit mischt man in einer Schüssel das Pulver der tharpuresischen Gelbwurzel mit zerstoßenem Thunisblatt, Cuminum und Feuerpulver und vermengt das Ganze mit Wasser. Diese Würzpaste wird zu der Kerhi gegeben und verleiht ihr nicht nur eine schöne gelbe Farbe, sondern erfüllt die Küche auch mit einem angenehmen Duft.
Anschließend wird das gewürfelte Hähnchenfleisch hinzugefügt und von allen Seiten angebraten. Wenn das Fleisch von allen Seiten schön braun ist, folgen die gehackten meralischen Strauchfrüchte und eine Prise (oder mehr) Jimaucha. Die Mischung muss nun für eine Viertelstunde mit aufgelegtem Deckel garen. Diese Zeit kann genutzt werden um die restlichen Zutaten zu schneiden. Nach Ablauf der Zeit werden sie ebenfalls in die Pfanne gegeben.
Abschließend wird das Gericht offen weiter gegart, bis der Saft der Strauchfrüchte verdampft und das Hähnchen gar ist. Gegebenenfalls mit Jimaucha und Feuerpulver nachwürzen.
Dazu passt als Beilage Reis, Basam-Maden (griechische Reisnudeln) oder ein gutes Fladenbrot und als Getränk ein fruchtiger Wein oder, wie es unsere Verwandten halten, tharpuresischer Kokoswein.

Dioikisithea – Göttin der Bürokratie

  Memoria Myrana 31 (2011)

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Dieser Artikel stammt aus der Memoria Myrana 31 (2004)

von Kirsten Schwabe & Jan Stawarz

 
Bürokratia, die Ewig Wartende, Herrin der Akten, die Geduldige

Vom Wesen der Gottheit

So lasst mich erzählen, die Legende der Dioikisithea! Vor ewigen Zeiten wurde die Sterbliche Aurione als junge Rechtsgelehrte Zeuge einer anrückenden Ban Bargui-Armee auf ihr Heimatdorf. Sogleich machte sie sich auf den Weg zur örtlichen Verwaltung, um vor der drohenden Gefahr zu warnen. Doch statt sich gleich zur Spitze der Schlange vorzudrängeln, wartete Aurione geduldig, bis sie an der Reihe war. Diese Disziplin und das brajan-gefällige Verhalten rührten das Herz des Gebieters der Götter und er verzögerte den Angriff der wilden Horden, bis Aurione ihre Warnung aussprechen konnte und die Myrmidonen zur Verstärkung eintrafen. Bei dem folgenden Kampf traf ein verirrter Pfeil die junge Frau und tötete sie auf der Stelle. Brajan war ergriffen vom Schicksal der Frau und so erhob er sie als seine Dienerin in den Götterhimmel. Er ernannte sie zu Dioikisithea, der Schutzheiligen all derer, die ein Ersuchen bei den Behörden vortragen wollen.“ —die Legende der Dioikisithea, erzählt von einem wandernden Barden

Dioikisithea ist eine Dienerin des Brajan, die besonders in Metropolen mit vielen Verwaltungsstrukturen verehrt wird. Um ihre Vergöttlichung kreisen einige Legenden und auch ihr Aufgabenbereich ist im Laufe der Jahrhunderte gewachsen. Mittlerweile gilt sie sowohl als Göttin der Verwaltungsbeamten als auch als Göttin der Antragsteller, die geduldig auf ein Vortragen ihres Anliegens warten. Bevor man ein wichtiges Gesuch vorträgt, opfert man üblicherweise der Dioikisithea, um auf ein wohlwollendes Ohr für die Angelegenheit zu stoßen und die
Wartezeit standhaft durchzustehen.

Symbolik

dioikisithea_symbolWenn Dioikisithea auf Bildern dargestellt wird, so häufig als junge Rechtsgelehrte mit Schriftrollen in der Hand. Manchmal wird sie auch dreiäugig abgebildet, was ihre Nähe zum Götterfürsten
Brajan symbolisiert, auch wenn sich die Legenden einig sind, dass sie keine Optimatin war. Das Symbol der Dioikisithea sind drei Ameisen, die um eine Schriftrolle wandern. Die Ameisen stehen dabei für eine fleißige und effiziente Verwaltung. Spötter weisen dagegen darauf hin, dass die Ameisen im Kreis laufen, ganz so wie auch manche Verwaltung im Imperium. Dementsprechend gilt die fleißige Ameise als heiliges Tier der Dioikisithea – auf jeden Fall bei der Verehrung durch Verwaltungsbeamte. Bei denjenigen die auf die Gunst derselben warten, sind es eher Schildkröten, Schnecken, an der Küste auch Kraken und im Süden Faultiere.

Heilige Orte

Als heiliger Ort gilt der Sternenpfeiler als Inbegriff der Verwaltung eines riesigen Imperiums. Dort gibt es allerdings keinen speziellen Platz der Verehrung, sondern mehrere kleine Schreine und Ädikulen. Als weiterer heiliger Ort wird der Platz der Himmelfahrt Auriones und ihrer Apotheose zur Dioikisithea genannt. Die Ehre, das Heimatdorf der Aurione zu sein, nehmen allerdings mehrere Städte in Anspruch.

Der Kultus

Der Kult der Dioikisithea ist in ländlichen Gebieten eher unbekannt. Seine Verbreitung beschränkt sich auf Dorianthapolis und größere Metropolen. Ihre Verehrung steht ausschließlich im Zusammenhang mit Behörden und der Verwaltung.

Will man die Göttin der Bürokratie gnädig stimmen, opfert man ihr üblicherweise durchgelaufene Schuhsohlen, vollgeschriebene Schriftrollen, zerbrochene Federkiele oder auch Pfeile als Martyriumswerkzeug der Göttin.

Als besonders günstige Tage für Opferungen gelten der Rechtstag der 3. None im Raia, der ‚Tag des Martyriums der Aurione‘ und der Schaffenstag der ersten None des Brajan, der Tag bis zu dem
Anträge für das laufende Jahr bzw. die Steuern des letzten Jahres fällig sind.

Die Tempel

Tempel für Dioikisithea gibt es nicht. Die Verehrung findet vor allem an kleineren Schreinen und Ädikulen in oder vor Verwaltungsgebäuden statt. Diese sind meist relativ schlicht und zweckmäßig.

In ihrer Architektur entsprechen sie den üblichen Bauweisen der Gegend. An manchen findet man auch kleine mobile Garküchen, die von Priestern der Dioikisithea betrieben werden und Gläubige, die auf einen Termin in der Adminitration warten, mit Essen versorgen.

Priester der Dioikisithea

amtsstubeDie meisten Diener der Dioikisithea sind vor allem Prediger ohne karmale Kräfte. Sie sehen es als ihre Aufgabe, die Standhaftigkeit und Geduld derjenigen, die für einen Termin bei der Verwaltung Schlange stehen, zu unterstützen. Dies geschieht durch die Versorgung der Gläubigen mit Essen, musikalischen Darbietungen, tröstenden Worten oder auch schon einmal lindernden Salben für wunde Füße.

Doch ab und an verteilen sie auch Tadel, nämlich dann, wenn die Wartenden deutliche Gesten der Ungeduld zeigen, wie Wippen mit den Füßen, Trommeln mit den Fingern oder lautes Seufzen. Diese Gesten sind der Ewig Wartenden nicht genehm. Als höchste Tugenden gelten für die Priester der Dioikisithea Geduld, Disziplin, innere Ruhe, Hilfs- und Opferbereitschaft.

Gläubige der Dioikisithea

Dioikisithea ist eine Göttin zu der die Bewohner des Imperiums fast nur „bei Bedarf“ beten. Dies ist immer dann der Fall, wenn ein Behördengang oder Auseinandersetzungen mit Institutionen anstehen. Feste Verehrung findet sie nur bei den Staatsdienern, denen die Lehre von Geduld und Opferbereitschaft bei ihren Antragstellern sehr genehm ist. Manche Beamten orientieren sich auch
an dem Fleiß und der Disziplin, die der Göttin ihrerseits zugerechnet werden.

Abweichende Kultformen und Vorstellungen

Neben dem sogenannten „Weg des Aussitzens“ gibt es im Kult der Dioikisithea auch noch den „Weg der Abkürzung“. Entgegen der vorherrschenden Meinung sehen die Anhänger dieses Kultes Dioikisithea nicht als Vorbild, sondern als abschreckendes Beispiel. Ihnen geht es nur darum, ihre Ziele in den Mühlen der Bürokratie möglichst schnell zu erreichen. Dabei schrecken sie auch nicht vor Mitteln wie Erpressung, Bestechung oder Vetternwirtschaft zurück. Wer sich an einen Vertreter des „Weges der Abkürzung“ wendet, kann sicher sein, sein Ziel zu erreichen – aber die Kosten dafür sind meist hoch und nicht selten auch in Form von „Gefälligkeiten“ zurückzuzahlen.

Dioikisithea | (Oktade, v. a. Brajan) | Pflicht, Korrektheit, Geduld, Hierarchie, Disziplin, Fleiß, Gesetz/Recht, Hilfsbereitschaft, Hingabe, innere Ruhe, Ordnung, Rätsel, Sprache, Standhaftigkeit, Vernunft | KO, KL, IN, MU; Selbstbeherrschung, Körperbeherrschung, Lesen/Schreiben, Schriftlicher Ausdruck, HK Seele, Kochen, Musizieren/Singen, Überzeugen, Rechtskunde, Etikette, Menschenkenntnis, Brettspiel, Götter/Kulte, Heraldik